Musikalisch-szenische Episoden von und mit Gina Günthard & Christina Volk

Musikalische Regie: Bruno Brandenberger
Regie, Textarbeit: Roland Suter
Grafik und Produktionsleitung: Susanne Attinger

Tournee März 2004 bis Dezember 2006

CD «Nacht»

Zum Inhalt

Was passiert, wenn mitten in der Nacht eine überzeugte Nachtschwärmerin auf eine schlaflose Taxifahrerin trifft? Eine schnelle Fahrt ans Ziel? Was wie eine ganz normale Begegnung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem aussergewöhnlichen Abenteuer zweier Nachtmenschen, die beschliessen ihren Alltag gemeinsam zur "Allnacht" zu machen. Zwei höchst unterschiedliche Frauen, mit Musik im Blut und Rhythmus im Herzen, tauchen ein in die unbeschreibliche Faszination der Nacht. Mit Eigenkompositionen und neu arrangierten bestehenden Liedern zaubern Gina Günthard und Christina Volk die Stimmungen von dubiosen Bars, dunklen Unterführungen und zerwühlten Betten auf die Bühne.

Nacht Intro
Nacht 01
Nacht 02
Nacht 03
Nacht 04
Nacht 05
Nacht 06

Presse

"Die Nacht der kleinen Wunder", Basler Zeitung vom 7. Mai 2004
In einer Vollmondnacht wartet eine Taxifahrerin (Christina Volk) auf Kundschaft. Die Zeit vertreibt sie sich mit melancholischem Akkordeonspiel, dessen (festgeklemmter) Bordunton allerdings eher stehen bleibende als verrinnende Zeit zu symbolisieren scheint. Dies ändert sich sehr schnell: Eine quirlige mondäne Frau, eine Art Asphaltblüte mit Vogue-Niveau, steigt ein. Die Bordunklammer wird entfernt, der Taxameter eingeschaltet, und los gehts.
Allmählich kommen sich die beiden zunächst so unterschiedlichen Fruen näher, tasten sich sprechend und vor allem musizierend und singend aneinander heran und entdecken Gemeinsamkeiten: In einer sehnsüchtigen Mondballade bringen sie ihre Gefühlswelt in Übereinstimmung, in einem grotesk und punkig ausufernden Schlaflieder-Potpourri oder in der hinreissenden Kitsch-Demontage «Roaring Nightingale» ihre gemeinsame Abneigung gegen bürgerliche Konventionen und Idyllen - ein wütender Protest, dessen Strenge allerdings später in einer liebevollen Parodie über das Ritual des zu Bett Gehens eines alten Ehepaars anrührend gemildert wird.
"Nacht - musikalisch-szenische Episoden mit Gina Günthard und Christina Volk" nennt sich das trotz Mitternachtsdunkel sehr bunte Pogramm lapidar, und es masst sich dabei keinesfalls an, letzte gültige Aussagen über die Wirkung der Nacht auf die weibliche Psyche zu liefern. Vielmehr werden Schlager, Balladen und Volkslieder - einige davon sind Eigenkompositionen des Duos - zu locker verstreuten, szenisch geschickt verbundenen Puzzleteilen, zu Fragmenten einer wohl sehr weiblichen Nacht- und Weltsicht (szenische Regie führte Roland Suter).
Der Abend lebt von seiner stillen, manchmal verträumten, manchmal versponnenen Poesie und von der musikalischen Vielfalt: Da wird auf Ukulele und Slide-Gitarre musiziert, auf Kontrabass und Obertonflöte, auf Bassxylophon, Basstuba und Bassklarinette, und selbst die gute alte Arbeiterschalmei kommt zu mit Szenenapplaus vergoldeten Ehren. Der Einsatz der Instrumente ist äusserst klug geplant (musikalische Regie führte Bruno Brandenberger) und sorgt für zuweilen überraschende neuartige Klangerlebnisse. Auch sängerisch zeigen sich die beiden Damen auf hohem Stand - die angesichts des kabarettistischen Ansatzes des Abends stets verführerischen stimmlichen Affektiertheiten fehlen ganz; an ihre Stelle treten sängerische Disziplin und beachtliches technisches Können - etwa im mit virtuosen Koloraturen durchsetzten Schweizer Schlager «Soll i obedure, solli unedure».

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